Pressemeldung Foto: Clemens John
Köln, 8. Juli 2026 – Heute fand die bereits vierte Gesprächsrunde dieser Bundesregierung zum Streaming-Markt im Kanzleramt statt. PRO MUSIK folgte der Einladung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, um gemeinsam mit Musikstreaming-Plattformen, Labels und Kunstschaffenden über die nächsten notwendigen Schritte zu diskutieren. Diese sollen im Dezember diesen Jahres in einem weiteren Gespräch geprüft werden. PRO MUSIK fordert hierbei tiefgreifende Reformen statt bloßer Absichtsbekundungen.
Getreu der eigenen Mission, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für freie Musikschaffende nachhaltig zu verbessern, vertrat der PRO MUSIK Verband auch heute die Interessen seiner Mitglieder und der gesamten freien Musikszene im Kanzleramt. Die aktuellen Gespräche finden vor dem Hintergrund klarer politischer Zusagen der Bundesregierung statt. Im Koalitionsvertrag hat diese wegweisende Ziele für den digitalen Musikmarkt formuliert:
- „Im digitalen Musikmarkt verpflichten wir Streamingplattformen, Kreative angemessen an den Einnahmen zu beteiligen.“ (Urheberrecht, Z. 2827 f.)
- „Insbesondere im digitalen Musikmarkt helfen wir mit, faire und transparente Vergütungsmodelle zu entwickeln.“ (Kulturpolitik, Z. 3903 f.)
Zur Umsetzung dieser selbstgesteckten Ziele lud Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die Musikbranche zwischen Dezember 2025 und März 2026 zu insgesamt drei Gesprächsrunden ins Kanzleramt ein. Bereits im März stellte Weimar klar: „Professionelle Musikerinnen und Musiker müssen mit Streaming nennenswerte Einnahmen erzielen und diese nachvollziehen können.” Aus Sicht von PRO MUSIK hat sich jedoch an der fundamentalen Schieflage des Musikstreaming-Markts bis heute nichts geändert.
Unerfüllte Versprechen des Koalitionsvertrags
Nach wie vor kommt der Großteil der Einnahmen nicht bei den Urheberinnen, Urhebern und ausübenden Künstlerinnen und Künstlern an. Diese bestehende Ungerechtigkeit wird durch den rasanten Einzug generativer Künstlicher Intelligenz (KI) im Musikbereich massiv verschärft. Ohne klare Regeln befürchtet der Verband eine weitere Entwertung der Arbeit menschlicher Kreativer. „Es ist gut, dass Kulturstaatsminister Weimer alle relevanten Akteurinnen und Akteure, von den Kreativen über die Labels bis hin zu den Streaming-Anbietern, an einen Tisch holt“, erklärt Nina Graf, Vorstandsvorsitzende von PRO MUSIK. „Wir gestalten den anstehenden Prozess mit, auch wenn wir uns mehr und konkreteres erhofft hätten.Jetzt geht es darum, die Interessen unserer Mitglieder mit Nachdruck zu vertreten. Klar ist aber schon jetzt, dass ein bloßer Austausch nicht mehr ausreicht, es braucht jetzt Veränderung.“
Der Verband nimmt Staatsminister Weimer beim Wort, der in der Vergangenheit strukturelle Verbesserungen in Aussicht gestellt hatte. PRO MUSIK verbindet damit die Erwartung eines grundlegend neuen, fairen Marktdesigns im Streaming-Sektor, das Transparenz schafft, Streaming-Betrug effektiv bekämpft und eine angemessene Vergütung garantiert.
Kulturstaatsminister Weimer muss starker Partner der Musikschaffenden sein
An den im Kanzleramt besprochenen Zusagen und Versprechen wird sich die Politik in den kommenden Monaten messen lassen müssen. „Der Kulturstaatsminister darf nicht hinter seine eigenen Ankündigungen zurückfallen”, so Graf. „Als Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien ist Wolfram Weimer qua Amt der Anwalt der Musikschaffenden und der Vielfalt unserer Kulturlandschaft. In den kommenden Monaten gilt es, diese Ambitionen gemeinsam in die Tat umzusetzen.”