Care works in music: Wer macht die Care-Arbeit, wer Karriere? präsentiert von: musicRLPwomen* & Musikforum RLP – Bericht von Alice Francis (Vorstand PRO MUSIK)
Am 21. Mai 2026 war ich als Speakerin bei der Bundeskulturkonferenz „Gender Equality Now!“ von Music Women* Germany in Berlin zu Gast. Gemeinsam mit June Cocó und Melissa Perales habe ich über Care Work in der Musikbranche, familienfreundlichere Arbeitsbedingungen sowie notwendige strukturelle Veränderungen gesprochen.
Im Austausch mit Akteur*innen aus Musik, Kulturpolitik und Förderung standen Fragen nach Sichtbarkeit, wirtschaftlicher Teilhabe, Diversität und fairen Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt. Besonders wertvoll war für mich der offene Dialog darüber, wie wir nachhaltigere und solidarischere Strukturen innerhalb der Branche schaffen können.
Dabei ging es nicht nur um theoretische Ansätze. Gemeinsam mit der Moderatorin Johanna Amelie, die selbst Künstlerin und Mutter ist, haben wir unsere ganz persönlichen Erfahrungen eingebracht und darüber gesprochen, wie sich künstlerische Arbeit, Familie und Care-Arbeit im Alltag tatsächlich vereinbaren lassen. Dass June Cocó ihr neugeborenes Kind mitgebracht hatte, machte das Thema auf eine ganz unmittelbare Weise greifbar und zeigte, wie selbstverständlich Teilhabe aussehen kann, wenn die entsprechenden Räume dafür geschaffen werden. So wurde aus dem Gespräch zugleich ein kleines praktisches Beispiel dafür, wie wir uns eine inklusivere und familienfreundlichere Musikbranche wünschen.
Vielen Dank an Music Women Germany und alle Beteiligten für die Einladung und den inspirierenden Austausch.”
Fördern und Fordern: Wie wir GENDER EQUALITY strukturell verankern können
Auf dem Abschlusspanel der Konferenz hat für Pro Musik Mario Graute unsere Positionen eingebracht. Das Leitthema lautete: Fördern und Fordern: Wie wir GENDER EQUALITY strukturell verankern können. Und die Runde war sich schnell einig, dass die Stellschrauben zur Verankerung von umfassender Gender Equality vielfältig sind. Eine Voraussetzung ist bspw. die soziale Absicherung von Künstler*innen. Auch in der Förderstrukturen muss die Sichtbarkeit von Flinta-Personen strukturell gleichberechtigt verankert werden. PRO MUSIK hat vorgeschlagen die Repräsentativität von weiblichen Stimmen im Öffentlich-Rechtlichen Radio abzufragen, gemeinsam mit Music Women Germany, um konkret auf strukturelle Verantwortung aufmerksam zu machen. Denn nur wer die Möglichkeit hat gesehen – in diesem Falle gehört zu werden – kann als Musiker*in bestehen. Hier bleiben wir dran. Mit auf dem Panel: Anika Jankowski (Music Women* Germany), Brosie (Artist), Kirsten Grebasch (BV Pop & Music Pool Berlin), Linda Ann Davis (Deutsche Jazzunion), Tamara Güçlü (Moderation &Artist)