Portrait: Hauke Kranz

Aktualisiert: 11. Jan. 2023

PRO MUSIK versucht, als Interessenverband der freischaffenden Musiker*innen in Deutschland einen sehr bunten, interessanten und kreativen Teil unserer Gesellschaft unter einen Hut zu bringen. Nur: wer sind denn alle diese Leute? In loser Folge versuchen wir, euch einige davon näher zu bringen: professionelle Musiker*innen mit ihren Geschichten, Anekdoten, Werdegängen und Ideen. Heute: ein Gespräch mit der Pianistin und Klavierlehrerin Hauke Kranz, 58 Jahre.

PRO MUSIK MAGAZIN: Hallo Hauke, ich freue mich, Dich hier dabei zu haben! Und direkt zu Anfang: Selbst mir als gebürtiger Nordfriese war nicht klar, dass Hauke auch als weiblicher Vorname funktioniert! Da habe ich doch direkt schon wieder was gelernt … Also, wir kennen uns bisher gar nicht, magst Du Dich vielleicht kurz selber vorstellen? Wo lebst und arbeitest Du, was ist Dein beruflicher Schwerpunkt?

HAUKE: Moin! Ja klar, gerne: Ich lebe in der Nähe von Bremen, verdiene mein Geld hauptsächlich als Klavierlehrerin und habe im Oktober meine dritte Solo-CD mit ausschließlich eigenen Stücken herausgebracht. Hauke Kranz – die Tastenflüsterin, so nenne ich mich, und das ist auch meine eingetragene Marke. Im Moment versuche ich, für meine Release-Tour nächstes Jahr Locations zu finden und Konzerte zu buchen. Das gestaltet sich allerdings wirklich schwieriger als gedacht …

PRO MUSIK MAGAZIN: Oh! Kannst Du sagen, woran das liegt?

HAUKE: Zunächst einmal brauche ich für meine Konzerte einen Flügel, da fallen schon mal viele Veranstaltungsräume weg. Und dann bin ich mit meiner Musik so ein bisschen zwischen den Stühlen: für reine Klassikveranstalter ist es zu wenig klassisch, und für Jazz- oder Pop-Locations ist es zu wenig Pop oder Jazz. Es sind eben »etwas andere Klavierabende«, auch durchaus mit einer »spirituellen Note«. Ich erzähle da auch viel, zu den Stücken, zur Entstehung – das macht mich halt aus. Dazu kommt aber natürlich die immer noch schwierige Situation der Veranstalter und des Publikums, das seit der Coronakrise ausbleibt und einfach nicht wie vorher wiederkommt. Und jetzt noch die direkt anschließende zweite und dritte Krise durch den Krieg und die Inflation … Aber ich gebe nicht auf. Vier Konzerte habe ich schon gebucht.

PRO MUSIK MAGAZIN: Ja, das hört sich nach so einigen Hürden an, und Du bist auch absolut nicht die Einzige, von der ich momentan Vergleichbares höre. Die CD, die Du aufgenommen hast: gibt es dafür ein Label, übernimmt jemand die Kosten dafür, oder ist es eine reine Eigenproduktion Deinerseits? So etwas ist ja aufwändig und auch durchaus kostenintensiv.

HAUKE: Das ist jetzt meine dritte CD, und ich habe sie komplett selber produziert: Stücke geschrieben, Studio und Toningenieur gesucht, CD pressen lassen – das ist wahnsinnig viel Arbeit, aber ich wollte das unbedingt durchziehen. Erschienen ist sie allerdings auf einem renommierten Label, Timezone Records. Ich habe im Jahr 2018 Anschluss an eine ganz tolle Musikerinnen-Community aus Hamburg unter der Leitung von Imke Machura gefunden. Das Ganze nennt sich Raketerei, ist ein reines Online-Netzwerk, explizit für Frauen, und es geht da um Austausch, Unterstützung, sich gegenseitig zu stärken und das richtige Mindset zu finden, und ganz allgemein um die Sichtbarkeit von Frauen im Musikbusiness. Die ist nämlich leider überhaupt nicht so, wie man sich das wünschen würde. Und in diesem Netzwerk und mit Imkes Hilfe hab’ ich gelernt, dass wir freiberuflichen Musikerinnen kleine Unternehmen sind und auch unternehmerisch denken und handeln sollten. Mit allem, was dazugehört, und all der Verantwortung, die man dabei für sich selber übernimmt. Ich sag’ mal so: auch die Steuererklärung selber zu machen ist ein Teil davon, und auch ein Stück Selbstermächtigung. Man bekommt Stück für Stück mehr Kontrolle über sein Tun und sein professionelles Leben.

PRO MUSIK MAGAZIN: Wow, das klingt total spannend, von diesem Netzwerk habe ich noch nie gehört.

HAUKE: Ja, das war und ist toll und hat mich in den letzten Jahren sehr viel begleitet und unterstützt. Ich habe jetzt für die CD zum Beispiel mit dem Tonmeister Gregor Zielinsky zusammengearbeitet, der in der Vergangenheit bereits einen Grammy für eine Aufnahme mit Leonard Bernstein bekommen hat. So etwas macht mich total stolz, und ohne die Unterstützung aus der Raketerei wäre da manches ganz anders gelaufen.

PRO MUSIK MAGAZIN: Hauke, erzähl uns doch noch ein bisschen über Deinen Werdegang: Wie bist Du zur Musik gekommen, wie, wann und warum fiel die Entscheidung, das auch beruflich zu machen?

HAUKE: Es sah eine Weile gar nicht danach aus, auch wenn mein Vater, der Kirchenmusiker war, das von vornherein immer gerne gesehen hätte. Ich habe schon früh hochkarätigen Musikunterricht bekommen, konnte Klavier und Blockflöte spielen und habe auch schon früh Konzerte gegeben und Wettbewerbe gewonnen. Aber mit 16 Jahren hab’ ich einfach alles hingeworfen und von jetzt auf gleich mit der Konzerttätigkeit aufgehört. Was ich allerdings weiter gemacht habe, war das Unterrichten: Viel Blockflötenunterricht, aber auch Klavierunterricht, das hat mir immer großen Spaß gemacht und fiel mir leicht. Studieren wollte ich das aber nicht, und mein Beruf sollte das zu diesem Zeitpunkt auch nicht sein. Tja, und kurz vor dem Abi hab’ ich mich eben doch für das Studium an der Musikhochschule entschieden und bin dann Instrumentalpädagogin geworden. Ich habe schon, während ich studierte, viel unterrichtet und hatte dann 20 Jahre lang eine halbe Stelle an einer öffentlichen Musikschule, mit einem BAT-Vertrag, so hieß das damals.

PRO MUSIK MAGAZIN: Ah, das waren diese Verträge für Lehrer:innen an öffentlichen Musikschulen in Festanstellung, die es früher gab, nach dem Bundesangestelltentarif, richtig? Und den hast Du also dann gekündigt?

HAUKE: Ja, mit 40 Jahren, da hat mein Vater geweint … Mit so einem Vertrag geht ja auch ein bisschen Sicherheit einher, zum Beispiel für die Altersvorsorge und sonstige Sozialleistungen.Aber mit mir und der Musikschule ging es einfach nicht mehr weiter, wir hatten total unterschiedliche Auffassungen von so einigen Sachen. Ja, ich hab’ gekündigt und bin seither freiberufliche konzertierende Pianistin, Komponistin und Musiklehrerin, und zwar mit einem ganz klaren Schwerpunkt auf Musikunterricht für Erwachsene. Mein ältester Schüler ist deutlich über 80. Ich habe mich in das Thema auch richtig reingekniet, die Erwachsenen brauchen natürlich etwas anderen Unterricht als Kinder.Mittlerweile macht mir das richtig Spaß, und ich glaube, meine Schüler und Schülerinnen nehmen da auch ein Stück Lebensqualität mit.

PRO MUSIK MAGAZIN: Ja, das klingt gut.Vermutlich hat man da auch viele langjährige Schüler und Schülerinnen. Jetzt mal ganz direkt nachgefragt: Wie geht es Dir heute, mit 58 Jahren, mit Deiner Entscheidung, diese Festanstellung an der Musikschule zu kündigen? Wie steht es um Deine eigene Altersversorgung, wie denkst Du an Deine finanzielle Zukunft und Dein eigenes Älterwerden? Meinst Du, dass Du ausreichend Rente bekommen wirst, oder machst Du Dir da eher Sorgen?

HAUKE: Oh, das ist ein Riesenthema: Altersversorgung! Ich bin natürlich als Freiberuflerin über die Künstlersozialkasse kranken- und rentenversichert. Aber wenn man sein Leben lang immer an der Kleinunternehmergrenze »herumgewurschtelt« hat, hat man nicht viel an Rente zu erwarten. Ich glaube, meine letzte Prognose von der Deutschen Rentenversicherung lag bei etwas unter 1000 € im Monat. Wenn ich das dann noch versteuern muss, davon Miete etc. bezahlen soll – tja, da bleibt fast nichts mehr zum Leben übrig, da macht der Bankberater große Augen. Der wusste auch gar nicht, dass es bei mir so aussieht. Und das geht ganz vielen Leuten so: Die sehen mich als die Künstlerin auf der Bühne, sind ganz begeistert und hin und weg und denken, dass da natürlich auch finanziell alles zum Besten steht. Ist aber nicht so. Ich hab’ allerdings auch nicht vor, mich mit 67 Jahren aufs Sofa zu legen und in Rente zu gehen. Aber das Ganze hat zwei Aspekte: Der Beruf macht natürlich Spaß, und ich würde das gerne so lange machen, wie es geht. Aber wenn man darauf angewiesen ist, weil es finanziell sonst vorne und hinten nicht langt, ist es natürlich überhaupt nicht lustig. So sollte es nicht sein, und ich glaube, so wie mir geht es vielen in unserer Zunft. Wenn man sich einmal die Zahlen von der KSK und den Durchschnittsverdienst der dort versicherten freiberuflichen Künstler*innen ansieht, dann steuern wir eigentlich auf ein riesiges Altersarmutsproblem zu …

PRO MUSIK MAGAZIN: Das klingt doch nach einer ganz klaren Forderung bew. einem Auftrag an PRO MUSIK, sich diesbezüglich zu engagieren, oder? Du bist also ein Mitglied der ersten Stunde und hast Dich direkt gemeldet, als der Aufruf herumging, dass weitere Interviewpartner:innen gesucht werden.

HAUKE: Auf jeden Fall, auf diesem Gebiet muss etwas passieren. Ich hab’ mich auch schon selber, zum Beispiel während der Pandemie, hier vor Ort engagiert, bin zur Presse gegangen und habe versucht, Aufmerksamkeit für die Situation von uns freiberuflichen Künstlern zu bekommen. Das ist auch teilweise gelungen. Aber dass zum Beispiel die Neustarthilfen diesen Sommer einfach so heimlich still und leise beendet wurden, ohne dass es einen Aufschrei gab, zeigt mir, dass wir auf jeden Fall noch mehr schaffen müssen. Schließlich schlittern wir ja gerade direkt in die nächsten Krisen, unsere Situation hat sich wenig geändert, aber die Hilfen fallen jetzt einfach weg, ersatzlos. Von daher: Gut, dass es PRO MUSIK gibt, zusammen erreichen wir auf jeden Fall mehr!

PRO MUSIK MAGAZIN: Liebe Hauke, vielen Dank für das sehr offene, engagierte und nette Gespräch. Alles Gute, auch für Deine Tour und das weitere Booking!

Links zum Interview:

Marcus Möller

Marcus Möller

Marcus Möller studierte Jazz- und Popschlagzeug in Arnhem / NL bei Rene Creemers und Joop van Eerven. Er lebt als freischaffender Schlagzeuger mit seiner Frau, der Jazzsängerin Inga Lühning und zwei Kindern zwischen Köln und Düsseldorf. Momentan ist er der feste Drummer beim erfolgreichen Köln-Musical Himmel & Kölle und arbeitet projektbezogen im Studio und live in den unterschiedlichsten Besetzungen. 2019 erfand er das »Bummklack«, ein tragbares Mini-Schlagzeug, und vertreibt es seither über seinen Online-Shop.

Beim PRO MUSIK Magazin ist er zuständig für die Interviews von Musiker:innen und engagiert sich in verschiedenen Arbeitsgruppen innerhalb des Verbands.

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Daniel Mattelé

Redaktionsleitung
PRO MUSIK MAGAZIN

Daniel Mattelé studierte Musik mit Hauptfach Harfe an den Musikhochschulen in Weimar, Detmold und München, wo er ein künstlerisches Diplom erwarb. Bis vor der COVID-19-Pandemie war er als freier Orchestermusiker tätig. Zusammen mit seiner Partnerin Laura Oetzel gibt er regelmäßig Kammermusikkonzerte als Harfenduo und betreibt den Blog dasharfenduo.de, auf dem über Themen aus der klassischen Musikszene berichtet wird. Schwerpunkte dieser Berichterstattung sind Beiträge über die #metoo-Bewegung sowie über Arbeitsbedingungen für Musiker:innen.

Bei PRO MUSIK baut Daniel als Mitglied der Redaktionsleitung das PRO MUSIK Magazin auf. Er ist Mitglied bei der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) sowie im Verband der Harfenisten in Deutschland e. V.

Laura Oetzel

Redaktionsleitung
PRO MUSIK MAGAZIN

Laura Oetzel ist freie Musikerin und lebt in Köln. Sie studierte Harfe an den Musikhochschulen in Weimar und Rostock. Als Pädagogin wie als Künstlerin liegt ihr Schwerpunkt auf der Ensemblemusik. Sie leitet die Harfenklasse der Musikschule der Stadt Sankt Augustin. Als Künstlerin sie hauptsächlich unterwegs mit dem gemeinsamen Harfenduo mit ihrem Partner Daniel Mattelé. Neben ihren Konzerten betreiben die beiden den Blog dasharfenduo.de, auf dem über Themen aus der klassischen Musikszene berichtet wird. Schwerpunkte dieser Berichterstattung sind Beiträge über die #metoo-Bewegung sowie über Arbeitsbedingungen für Musiker:innen.

Laura engagiert sich für bessere Arbeitsbedingungen für freie Musiklehrende, sowohl an ihrer Musikschule als auch in der Landesfachgruppe Musik der Gewerkschaft ver.di. Für PRO MUSIK arbeitet sie in der AG Gleichstellung/Chancengleichheit und in der Redaktionsleitung des PRO MUSIK Magazins. Außerdem ist sie Mitglied im Deutschen Tonkünstlerverband und im Verband der Harfenisten in Deutschland e. V.

Melane Nkounkolo

Social Media Managerin

Seit Mitte November unterstützt Melane uns im Bereich Social Media. Als Social Media Managerin und Content Creatorin hat sie zuletzt für die Konferenz African Futures Cologne gearbeitet.

Neben Ihrer Tätigkeit für PRO MUSIK arbeitet die Aktivistin, Sängerin und Afrikawissenschaftlerin derzeit an ihrem ersten Studioalbum „Mirrors and Windows“. 

Auf ihrer Plattform @beautifulcolours_ diskutiert sie über Rassismus und Diskriminierung. Weitere zentrale Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Themen Entwicklungen von Gesellschaften, Musik und Kultur.

Kerstin Mayer

Projektleiterin Beratungsstelle

Lukas Berg

Projektleiter Beratungsstelle

»Als ich anfing professionell als freier Musikschaffender zu arbeiten, habe ich ziemlich schnell gemerkt dass es eigentlich unumgänglich ist, sich Zunftintern zu organisieren, um Themen wie Arbeitsbedingungen, Rechte und Interessen der freien Musikschaffenden überhaupt effektiv angehen und vertreten zu können. Spätestens seit März 2020 jedoch ist klar geworden, dass es überlebenswichtig ist.«


Lukas Berg ist Schlagzeuger, Komponist und Produzent aus Köln. Er arbeitet national und international mit Künstlern unterschiedlicher Genres als Schlagzeuger, Multiinstrumentalist und musikalischer Leiter. Darüber hinaus produziert und arrangiert er für Live-Shows und Studioproduktionen und ist seit vielen Jahren als Musiker, Komponist und Produzent in verschiedenen Theaterproduktionen tätig. Seit 2020 lehrt er zudem an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Louisa Halter

Geschäftsstellenleiterin

Louisa Halter [LILOU] ist Künstlerin, Songwriterin, Musikerin & Kulturmanagerin aus Köln. Sie spielt seit 2010 bundesweit Konzerte, hat Komposition an der Folkwang Universität der Künste Essen studiert und steht kurz vor Abschluss ihres Masters in Kultur- & Medienmanagement, den sie an der HfMT Hamburg, sowie der Sibelius Academy in Helsinki absolviert.

Seit Juli 2023 verbindet sie ihre vielfältigen Erfahrungen aus der Musikbranche in der Leitung der Geschäftsstelle von PRO MUSIK.

Daneben engagiert sie sich als Vorstandsmitglied im Verein musicNRWwomen* für Geschlechtergleichberechtigung und Sichtbarkeit von Frauen und weiblich gelesenen Personen in der Musikbranche.

Stephanie Dathe

Vorstand

Stephanie Dathe arbeitet & lebt in Leipzig, wo sie eine umfassende vertiefte musikalische Ausbildung an der HMT Leipzig absolvierte. Künstlerisch & pädagogisch arbeitet sie mit Tasteninstrumenten jedweder Form. Unter der Marke arssynerga betreibt sie eine Schule für musisch-ästhetische Bildung & produziert regelmäßig Musiktheaterstücke. Kenntnisse in Musikmanagement, BWL & MVM erwarb sie berufsbegleitend. Als soloselbständige Künstlerin & Musikpädagogin ist sie seit 2002 freischaffend tätig, & kreiert mit großer Vorliebe Crossover & open air – Projekte an ungewöhnlichen Orten. Als Vorsitzende des Berufsverbandes in Sachsen setzt sie sich seit 2005 leidenschaftlich für faire Vergütungen & musische Bildung ein, ihre Themenschwerpunkte bei Pro Musik. Das erste Papier zu Honoraruntergrenzen kam aus Sachsen im Jahr 2009. Seitdem wurde viel erreicht. Die Themen sind inzwischen bundesweit präsent.

Jeffrey Amankwa

Vorstand

»Während meiner Tätigkeit als freischaffender Künstler habe ich mich, besonders zu Beginn, oft mit vielen Dingen alleingelassen gefühlt. Vor allem hatte ich das Gefühl, die Entscheidungen der Politik hätten mit meinem Leben und Beruf wenig zu tun und könnten von mir noch weniger beeinflusst werden.

Durch die Arbeit bei PRO MUSIK möchte ich dabei helfen, jungen wie alteingesessenen Musiker*innen das Gefühl zu ersparen allein mit ihren Problemen und Herausforderungen zu sein.«

Jeffrey Amankwa arbeitet als freischaffender Sänger mit verschiedenen Bands unterschiedlicher Genres im In- und Ausland. Darüber hinaus ist er als Studio-Sänger tätig sowie an Produktionen für TV und Radio beteiligt.

Saskia Worf

Vorstand

Saskia Worf ist Musikerin, Instrumentalpädagogin, Arrangeurin und Autorin. Sie ist als freischaffende Musikerin mit Schwerpunkt Neue Musik und Kammermusik aktiv. Als Pädagogin unterrichtet sie Flöte, Klavier und Musiktheorie und hat einen Lehrauftrag an der Musikakademie Berlin für Berufsfeldkunde und Bewerbungscoaching. Daneben gibt sie Seminare an Hochschulen zum Thema Selbstmanagement. Neben ihrer künstlerischen und pädagogischen Tätigkeit betreibt sie den Blog und Podcast „Managemusik“, sowie den Podcast „Die Musikerschmiede“. 2022 veröffentlichte sie das Buch „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ mit einem ehrlichen Einblick in die Musikbranche. 

Axel Müller

Vorstand

»Musiker:Innen werden in Deutschland von Politik und Gesellschaft geduldet – nicht geschätzt. Musik wird zwar gerne konsumiert, aber die Reputation der vielen Musikschaffenden ist gering. Die Pandemie hat nun nochmals verdeutlicht, wie wenig Kenntnis die Politik über unsere Lebenswirklichkeit hat und wie schlecht es um unsere soziale Absicherung steht. Ich hoffe, dass wir das Momentum der Krise nutzen können, um eine solidarische Stimme zu finden. Deshalb engagiere ich mich gemeinsam mit Gleichgesinnten für die Musikszene – Pro Musik.«

Axel Müller ist Saxophonist und Multiinstrumentalist. Nach seinem Popularmusikstudium im Hauptfach Tenorsaxophon an der Musikhochschule in Mannheim spielte er viele Produktionen als Orchestermusiker an Musicalhäusern und lehrte als Instrumentalpädagoge an Musikschulen Saxophon und Klarinette.

Er leitete eine Künstleragentur und war in diesem Rahmen als Booker &  Tourmanager europaweit tätig. Im Rahmen von Theater-, Variete- & Kleinkunstproduktionen ist Axel als Musical Director und Komponist aktiv.

Er tourt und recordet u.a. mit Gregor Meyle und Niedeckens BAP.

Als Studio- & Livemusiker ist er Teil der Fernsehproduktion „Sing meinen Song“.

Ella Rohwer

Vorstand

»Die Probleme der Szene der freien Musikschaffenden sind durch die Pandemie deutlich sichtbar geworden. Es gibt aber schon lange eine Diskrepanz zwischen Lebensrealität und Wahrnehmung durch die Politik. Ich engagiere mich bei PRO MUSIK, um diese Wahrnehmung zu verändern und dadurch die Arbeitsbedingungen in der Szene nachhaltig zu verbessern.«

Ella Rohwer ist klassisch ausgebildete Cellistin mit hybrider künstlerischer Identität im Bereich Pop, Crossover wie auch Theater und zeitgenössische Musik. Sie ist neben ihrer Tätigkeit als Live- und Studiomusikerin auch als Dozentin an der HfMT Köln – Wuppertal tätig und arrangiert und leitet Streichensembles in diversen Kontexten.

Wolf Simon

Schatzmeister

»Ich engagiere mich bei PRO MUSIK, weil die Lebenswirklichkeit sehr vieler Musikschaffender wirtschaftlich unsicher ist und sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren tendentiell noch verschärft haben. Eine gemeinsame Stimme war einfach überfällig, und durch die Arbeit unseres Verbandes sind wir freien Musikschaffenden mittlerweile in der Politik, bei Veranstaltern und der Musikindustrie sehr sichtbar und präsent geworden. Zum Vergleich: Noch vor wenigen Jahren waren wir eine riesige Zahl an Einzelkämpfern und standen auf jeder Prioritätenliste ganz unten, was besonders in Zeiten der Corona-Pandemie viele existentielle Probleme und viel Leid verursachte. Und das, obwohl wir als freie Musikschaffende ein zentraler Teil der Veranstaltungsbranche sind, die wiederum einer der größten Wirtschaftsfaktoren Deutschlands ist. Mittel- und langfristig ist auch strukturell vieles verbesserungsbedürftig, etwa unsere soziale Absicherung – darum brauchen wir jetzt Solidarität und eine starke, gemeinsame Stimme.«

 

Wolf Simon ist Schlagzeuger und Fotograf, hat auf zahllosen Studioproduktionen und Hitsingles verschiedenster Genres mitgewirkt und ist seit vielen Jahren mit großen und kleinen Produktionen auf Tournee, seit 2021 mit Matthias Reim.

Von 2004–2015 unterrichtete er außerdem an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Seit 1997 arbeitet er auch als Musical Director.

Nina Graf

Vorstandsvorsitzende

»Musik ist Spiegel einer Gesellschaft und Klebstoff zwischen den Menschen. Dass Musikschaffende ihrer Arbeit würdevoll und fair bezahlt nachgehen können und wir eine vielfältige Kulturlandschaft genießen können, sollte daher viel mehr in unser aller Interesse sein als es oft den Anschein macht. Als DIY-Artist und Kulturpolitikerfahrene möchte ich vor allem für die U-Musik politische Vermittlungsarbeit leisten, um Arbeits- und Vergütungsbedingungen zu verbessern.«

Nina Graf, öffentlich vielleicht besser bekannt als Miu, brachte ihre Musik als DIY-Artist u.a. in die Charts und in den ARD Tatort

Darüber hinaus engagiert sie sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich für die Interessen von Musikschaffenden. Ihr Know-How aus Musikpraxis und Marketing, u.a. erlernt an der HfMT Hamburg im Masterstudiengang „Kultur- und Medienmanagement“ hat sie zu einer gefragten Expertin für die Popmusikszene gemacht.

Christopher Annen

Vorstandsvorsitzender

»Mit Musik die Leidenschaft zum Beruf machen zu können ist wunderbar und sehr erfüllend. Gleichwohl muss diese Arbeit – wie alle anderen auch – gerecht vergütet werden. Mit meinem Engagement bei ProMusik hoffe ich einen kleinen Teil dazu beitragen zu können, dass die Musiker*innen in Deutschland gut davon leben können und sich noch mehr für diesen Weg entscheiden. Einer meiner Schwerpunkte ist die faire Vergütung aus dem Bereich Musikstreaming. Die Erlöse von Spotify und Co stehen viel zu oft in großer Diskrepanz zu den Streamingzahlen. Das muss sich ändern, wenn wir in Zukunft eine lebendige Musiklandschaft in Deutschland haben wollen.«

Christopher Annen (*1990) ist Gitarrist und Gründungsmitglied der Kölner Band AnnenMayKantereit. Mit ihnen hat er bis heute vier Studioalben veröffentlicht und hunderte Konzerte gespielt.

Neben der künstlerischen Arbeit betreiben AnnenMayKantereit ihr eigenes Label und seit 2021 ihre eigene Managementstruktur. Seit 2021 ist er Mitglied bei ProMusik und seit 2023 Vorstandsmitglied.