PAYMENT OPTION TRANSPARENCY (POT)

GRUNDLAGENFORSCHUNG HINSICHTLICH ALTERNATIVER ZAHLUNGSMODELLE IM MUSIKSTREAMING

Danke an unsere Kooperationspartner

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Gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mbH mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

AUSGANGSSITUATION & RELEVANZ

Vor über einem Jahrzehnt wurde festgelegt, dass die Verteilung der Einkünfte aus Musikstreaming-Abonnements auf Basis des sogenannten “pro-rata” Modells erfolgen soll. Das bedeutete zum einen, dass (allein) die Anzahl an Streams maßgeblich ist. Zum anderen, dass dabei der Anteil an der Gesamtsumme an Streams entscheidend ist. Erreicht ein/e Künstler*in / Urheber*in also 1% aller Streams, erhält er/sie 1% der Abo-Einnahmen - unabhängig bspw. davon, von wie vielen Streamingnutzern diese Streams stammen. 

WARUM IST DAS THEMA SO WICHTIG?

Durch den zeitgleichen Rückgang der physischen Musikverkäufe sind neben Gagen und Auftrittshonoraren die Einnahmen aus Musikstreaming-Abos für Künstler*innen und Urheber*innen eine dominante Einnahmequelle geworden. PRO MUSIK sieht daher eine dringende Notwendigkeit, das aktuelle Abrechnungsmodell zu reflektieren und ggf. zu reformieren, um die Existenz der Musikschaffenden und somit eine musikalische Vielfalt weiterhin zu gewährleisten.


Wie wichtig den Musikschaffenden der Diskurs zu alternativen Zahlungsmodellen ist, zeigt sich unübersehbar an Initiativen wie Broken Record, FixStreaming, Justice At Spotify oder Fair Share.

WISSENSSTAND NOCH LÜCKENHAFT

Bis heute hat sich an dem ursprünglich vereinbarten Verteilungsmodell - bis auf wenige kleine Ausnahmen - nichts verändert. Selbst die bloße Debatte über die Optimierung der Verteilung steht erst am Anfang. Zwar gab es erste Studien zu den Auswirkungen des sogenannten User-Centric Payment Systems (UCPS). Weitere alternative Zahlungsmodelle wurden wurden jedoch noch nicht untersucht. 

 

Auch die Untersuchungen zu UCPS sind noch lückenhaft. Bisherige Studien kommen entweder nicht zu eindeutigen Schlüssen (Digital Media Finland, FI, 2018) oder konzentrieren sich auf eine potenzielle Umverteilung von Mainstream- in Richtung Nischen-Künstler*innen (bspw. Centre National de la Musique, FR, 2021). Letztere Studie kommt zu dem Schluss, dass UCPS zu keinen substanziellen Veränderungen führen würde. Dies hat zu Ernüchterung bei Musikschaffenden und innerhalb der Indie-Szene geführt hat.

 

Dass es eine solche Umverteilung von “oben” nach “unten” durch UCPS nicht bzw. kaum gäbe, ist zwar richtig. Wir glauben jedoch, dass dieses Modell durchaus zu merkbaren Umverteilungen führen würde. Diese Auswirkungen entstünden aber nicht in Bezug auf “Mainstream” oder “Nische”, sondern werden erst sichtbar, wenn man die Daten aus einer anderen Perspektive heraus beleuchtet. Wir halten weitere Forschung hierzu deshalb für unbedingt notwendig.

PROJEKTIDEE

Eine Optimierung des aktuellen Zahlungsmodells kann erst erfolgen, wenn es auf Seiten der Rechteinhaber*innen einen Konsens darüber gibt, welches alternative Modell eingeführt werden soll. So stellt bspw. Spotify (auf seiner Webseite Loud & Clear) die Bedingung, dass sich zunächst Künstler*innen und Rechteinhaber*innen einigen müssten. Doch von einer solchen Einigung ist die Musikgemeinde noch weit entfernt, da belastbare Erkenntnisse bislang fehlen. Dadurch ergibt sich eine Patt-Situation, die einer Optimierung des Zahlungsmodells im Weg steht.  


Die Idee des POT-Projektes ist es deshalb, durch belastbare Erkenntnisse Transparenz für Musikschaffende herzustellen und ihnen den Diskurs zu alternativen Zahlungsmodellen zu ermöglichen. Erst wenn Künstler*innen und ihre Vertreter*innen auf Grund verständlicher Diskussionsgrundlagen zu einem Konsens gelangen, kann die Patt-Situation aufgehoben und eine gewünschte Änderung flächendeckend und zielführend umgesetzt werden.

PROJEKTZIEL

Im Rahmen des Projekts soll zielführende Forschung zu den Auswirkungen alternativer Zahlungsmodelle für den deutschen Markt unterstützt werden. Im Zentrum steht dabei die Entwicklung neutraler Kennzahlen, die den objektiven Vergleich verschiedener Modelle ermöglichen. Neben UCPS soll dabei auch analysiert werden, welche Auswirkungen die Berücksichtigung der tatsächlichen Hörzeit und andere Kriterien auf die Verteilung hätten. 

 

Als Verband der freien Musikschaffenden - also derjenigen, die Musik kreieren und ausüben - hat PRO MUSIK ein besonderes Interesse daran, das Thema so aufzubereiten, dass Künstler*innen und Urheber*innen erstmals die potenziellen Auswirkungen auf ihr individuelles Einkommen abschätzen können. 

 

Übergeordnetes Ziel ist es, den Wissensstand innerhalb der Künstlergemeinde anzureichern, aber auch den anschließenden Dialog mit der Musikindustrie, auf Konferenzen und in den Medien zu ermöglichen.

PERSPEKTIVE

Die Art und Weise, wie Einnahmen aus dem Musikstreaming verteilt werden, ist entscheidend für die künftige Entwicklung der Musikkultur. Das gewählte Zahlungsmodell wirkt sich unmittelbar auf den kreativen Schaffensprozess aus und ist damit zentrale Rahmenbedingung für die Produktion künstlerischer Werke. Das bloße Zählen von Streams sorgt potenziell für Verzerrungen bei der Verteilung der finanziellen Mittel, weil andere wichtige Kriterien - wie die Anzahl an Hörern, die tatsächliche Hörzeit oder der Nutzungskontext - nicht berücksichtigt werden. 

 

Ohne den Diskurs über eine Optimierung des Zahlungsmodells überlassen wir die Künstlergemeinde einer unreflektierten Geldverteilung, mit unbekannten Folgen für das musikalische Angebot von morgen. 

 

Nur wenn mögliche alternative Modelle skizziert, deren finanzielle Auswirkungen transparent gemacht und Künstler*innen zur Teilhabe am Diskurs ermächtigt werden, kann das Vertrauen in das wirtschaftliche Potenzial des Musikstreamings (wieder)hergestellt werden.

ZEITPLAN

  • Dezember 2021: Entwicklung Studienkonzept

  • Januar 2022: Datenakquise und Aufbereitung

  • Februar - Mai 2022: Durchführung Studie 

  • Mai 2022: Konzeption und Erstellung Website

  • Juni 2022: Veröffentlichung und Medienarbeit

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RYAN RAUSCHER - INHALTLICHE PROJEKTLEITUNG

Ryan Rauscher ist Experte für das digitale Musikbusiness, mit 13-jähriger einschlägiger Erfahrung im akademischen wie praktischen Bereich. Von 2008 bis 2013 gründete und leitete er ein Kompetenzzentrum für Digitales Musikbusiness für die Popakademie Baden-Württemberg. Ab 2015 baute er das Business Intelligence & Data Analytics für Sony Music Deutschland auf, bevor er ab 2019 als Director Partner Development Sony Musics globale Partnerschaft mit Spotify von New York aus begleitete. 

Ryan Rauscher vereint Kompetenzen in den Bereichen Forschung, Datenanalyse und Musik Streaming. Diese bringt er ein, um einen Beitrag zur faktenbasierten Untersuchung alternativer Zahlungsmodelle im Musikstreaming zu leisten.

ryan.rauscher@promusikverband.de

AXEL MÜLLER - PROJEKTKOMMUNIKATION & PRESSEKONTAKT

Axel Müller ist seit seinem Studium im Fach Jazz & Popularmusik an der Musikhochschule in Mannheim (Diplom 2004) als freischaffender Musiker tätig. Als Live- & Studiomusiker hat er mit Michael Patrick Kelly, Mark Forster, Sarah Connor, Sasha, Nena u.v.a. zusammengearbeitet. Als Saxophonist & Multiinstrumentalist tourt und recorded er aktuell mit Gregor Meyle, "Niedeckens BAP" und spielt im Fernsehformat "Sing meinen Song".  Darüberhinaus leitete er geschäftsführend die Management- & Bookingagentur "Zunder Artists". 

Axel ist ehrenamtlich als Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender von PRO MUSIK - Verband freier Musikschaffender e.V. tätig.

axel.mueller@promusikverband.de