PAYMENT OPTION TRANSPARENCY
(POT)

EINE STUDIE ZU DEN AUSWIRKUNGEN

ALTERNATIVER PAYMENT MODELS

IM MUSIKSTREAMING

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KURZBESCHREIBUNG

Im Rahmen des POT-Projektes soll wichtige Grundlagenforschung hinsichtlicher alternativer Zahlungsmodelle im Musikstreaming initiiert werden. Das Thema Zahlungsmodelle ist seit einiger Zeit eines der meistdiskutierten innerhalb der Musikbranche und der Künstler*innen- / Urheber*innengemeinde. Schließlich geht es um die Verteilung des Geldes aus einer der größten Umsatzquellen im Musikgeschäft.

Der aktuelle - noch recht lückenhafte - Forschungsstand soll durch zielorientierte Grundlagenforschung ergänzt werden mit dem Ziel, eine fundierte Diskussionsgrundlage für Künstler*innen und ihre Vertreter*innen bereitzustellen. Ohne diese Grundlage ist keine Konsensbildung und damit keine sinnvolle Evaluierung des Zahlungsmodells möglich.

AUSGANGSSITUATION

PROJEKTIDEE

Vor über einem Jahrzehnt wurde festgelegt, dass die Verteilung der Einkünfte aus Musikstreaming-Abonnements auf Basis des sogenannten “Pro-Rata” Modells erfolgen soll - also allein auf Basis der Gesamtanzahl an Streams. 

Durch den zeitgleichen Rückgang der physischen Musikverkäufe sind die Einnahmen aus Musikstreaming-Abos neben Gagen und Auftrittshonoraren für Künstler*innen und Urheber*innen zur dominanten Einnahmequelle geworden. 

Bis heute hat sich an dem ursprünglich vereinbarten Verteilungsmodell jedoch nichts verändert. Selbst die bloße Debatte über die Optimierung der Verteilung steht erst am Anfang: mit einer Ausnahme - dem sogenannten User-Centric Payment System (UCPS) - wurden alternative Modelle noch nicht untersucht. 

PRO MUSIK sieht - im Einklang mit vielen Stimmen aus der Branche - die dringende Notwendigkeit die Diskussion um alternative Modelle mit aussagekräftigen Daten zu unterfüttern. Nur wenn wir wissen worüber wir sprechen, können daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. 

Die bisherigen Untersuchungen zu UCPS sind noch lückenhaft. Existierende Studien kommen entweder nicht zu eindeutigen Schlüssen (Digital Media Finland, FI, 2018) oder konzentrieren sich auf eine potenzielle Umverteilung von Mainstream-Künstler*innen in Richtung Nischen-Artists (Centre National de la Musique, FR, 2021 / University of Oslo, NO, 2014 und Roskilde University, DK, 2014). 

Die letztgenannten Studien kommen zu dem Schluss, dass UCPS zu keinen substanziellen Veränderungen führen würde, was vielerorts zu Ernüchterung geführt hat. Allerdings ist eine solche Umverteilung von “oben” nach “unten” durch UCPS rein rechnerisch nicht möglich. Dass es aus dieser Perspektive keine Umverteilung gäbe, ist demnach zwar richtig, aber zugleich auch potenziell irreführend. Die tatsächlichen Auswirkungen durch UCPS geschehen womöglich entlang anderer Kriterien, unabhängig der Zugehörigkeit zu “Mainstream” oder “Nische”. Wir halten deshalb weitere Forschung für unbedingt notwendig.

Wie wichtig den Musikschaffenden der Diskurs zu alternativen Zahlungsmodellen ist, zeigt sich an Initiativen wie Broken Record, FixStreaming oder Justice At Spotify. Diesem Diskus fehlt es jedoch an fundierten Erkenntnissen zu den Auswirkungen alternativer Zahlungsmodelle.

Eine Änderung des aktuellen Zahlungsmodells kann erst erfolgen, wenn es auf Seiten der Rechteinhaber*innen einen Konsens darüber gibt, ob bzw. welches alternative Modell eingeführt werden soll. So stellt bspw. Spotify (auf seiner Webseite Loud & Clear) die Bedingung, dass sich zunächst Künstler*innen und Rechteinhaber*innen einigen müssten. 

Doch von einer solchen Einigung ist die Musikgemeinde noch weit entfernt, da belastbare Erkenntnisse bislang fehlen. Dadurch ergibt sich eine Patt-Situation, die einer Optimierung des Zahlungsmodells im Weg steht. 

Die Idee des POT-Projektes ist es deshalb, durch belastbare Erkenntnisse Transparenz für Musikschaffende herzustellen und ihnen den Diskurs zu alternativen Zahlungsmodellen zu ermöglichen. Erst wenn Künstler*innen und ihre Vertreter*innen auf Grund verständlicher Diskussionsgrundlagen zu einem Konsens gelangen, kann die Patt-Situation aufgehoben und eine gegebenenfalls gewünschte Änderung flächendeckend und zielführend umgesetzt werden. 

ZIELE

Im Rahmen des POT-Projekts soll zielführende Forschung zu den Auswirkungen alternativer Zahlungsmodelle unterstützt werden. Ziel ist es, zusammen mit einer Forschungseinrichtung ein Studienkonzept zu entwickeln und belastbare Ergebnisse zu liefern. 

Im Zentrum steht dabei die Entwicklung neutraler Kennzahlen, die den objektiven Vergleich verschiedener Modelle ermöglichen. Als Verband der freien Musikschaffenden - also derjenigen, die Musik kreieren und ausüben - hat PRO MUSIK ein besonderes Interesse daran, das Thema so aufzubereiten, dass Künstler*innen erstmals die potenziellen Auswirkungen auf ihr individuelles Einkommen abschätzen können. Neben der Erstellung einer Studie sollen die Ergebnisse aufgearbeitet und über die (sozialen) Medien verbreitet werden. 

Übergeordnetes Ziel ist es, den Wissensstand innerhalb der Künstler*innengemeinde anzureichern, aber auch den anschließenden Dialog mit der Musikindustrie, auf Konferenzen und in den Medien zu ermöglichen - um damit zu einer zielgerichteten Konsensbildung beizutragen.

UMSETZUNG

Für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes sind mehrere Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehört zum einen die Entwicklung eines Studienkonzeptes, also die Definition verschiedener Zahlungsmodelle, die Auswahl objektiver Kennzahlen und geeigneter Visualisierungen, sowie das Formulieren von Textbausteinen. 

Zum anderen gilt es, die nötigen Daten von Streaming-Diensten anzufordern und diese sinnvoll aufzubereiten. Im Best-Case Szenario sollen Daten von mindestens einem der führenden Anbieter (bspw. Spotify, Amazon Music oder Apple Music) akquiriert werden. Da diese in einer Befragung durch das britische Parlament bereits allgemein ihre Bereitschaft zur Unterstützung weitergehender Forschung signalisiert haben, sollen sie im Rahmen des Projekts offiziell angefragt werden. 

Zusätzlich sollen weitere Anbieter für eine Kooperation gewonnen werden (bspw. Youtube Music, Deezer, Soundcloud, Tidal etc.)

Die Koordination sämtlicher Maßnahmen soll von Projektleiter Ryan Rauscher - Experte für Digitales Musikbusiness, Datenanalyse und Musikstreaming - übernommen werden. Für die Durchführung der Studie werden darüber hinaus ein Data Scientist, eine Forschungseinrichtung, sowie Kommunikationsdienstleistungen (Web-/Werbedesign, Promotion) einbezogen.

PERSPEKTIVE

Die Art und Weise, wie Einnahmen aus dem Musikstreaming verteilt werden, ist entscheidend für die künftige Entwicklung der Musikkultur. Das gewählte Zahlungsmodell wirkt sich unmittelbar auf den kreativen Schaffensprozess aus und ist damit zentrale Rahmenbedingung für die Produktion künstlerischer Werke. 

Die Beschränkung auf Streams (mit einer Mindestlänge von 30 Sekunden) sorgt möglicherweise für Verzerrungen bei der Verteilung der finanziellen Mittel, da andere Kriterien - wie die Anzahl an Hörern, die tatsächliche Hörzeit oder der Nutzungskontext - nicht berücksichtigt werden. 

Ohne den Diskurs über und eine potenzielle Optimierung des Zahlungsmodells überlassen wir die Künstler*innengemeinde einer unreflektierten Geldverteilung, mit unbekannten Folgen für das musikalische Angebot von morgen. 

Nur wenn mögliche alternative Modelle skizziert, deren finanzielle Auswirkungen transparent gemacht und Künstler*innen zur Teilhabe am Diskurs ermächtigt werden, kann das Vertrauen in das wirtschaftliche Potenzial des Musikstreamings (wieder)hergestellt werden. 

PROJEKTLEITUNG

RYAN RAUSCHER

Ryan Rauscher ist Experte für das digitale Musikbusiness, mit 13-jähriger einschlägiger Erfahrung im akademischen wie praktischen Bereich. Von 2008 bis 2013 gründete und leitete er ein Kompetenzzentrum für Digitales Musikbusiness für die Popakademie Baden-Württemberg. Ab 2015 baute er das Business Intelligence & Data Analytics für Sony Music Deutschland auf, bevor er ab 2019 als Director Partner Development Sony Musics globale Partnerschaft mit Spotify von New York aus begleitete. 

Ryan Rauscher vereint Kompetenzen in den Bereichen Forschung, Datenanalyse und Musik Streaming. Diese bringt er ein, um einen Beitrag zur faktenbasierten Untersuchung alternativer Zahlungsmodelle im Musikstreaming zu leisten.

ryan.rauscher@promusikverband.de

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PROJEKTKOMMUNIKATION & PRESSEKONTAKT

ELLA ROHWER

Ella Rohwer ist klassisch ausgebildete Cellistin mit hybrider künstlerischer Identität im Bereich Pop, Crossover wie auch Theater und zeitgenössische Musik. Sie ist neben ihrer Tätigkeit als Live- und Studiomusikerin auch als Dozentin an der HfMT Köln – Wuppertal tätig und arrangiert und leitet Streichensembles in diversen Kontexten.

Ella ist ehrenamtlich als Gründungsmitglied und 2. Vorsitzende von PRO MUSIK - Verband freier Musikschaffender e.V. tätig.

ella.rohwer@promusikverband.de

AXEL MÜLLER

Axel Müller ist seit seinem Studium im Fach Jazz & Popularmusik an der Musikhochschule in Mannheim (Diplom 2004) als freischaffender Musiker tätig. Als Live- & Studiomusiker hat er mit Michael Patrick Kelly, Mark Forster, Sarah Connor, Sasha, Nena u.v.a. zusammengearbeitet. Als Saxophonist & Multiinstrumentalist tourt und recorded er aktuell mit Gregor Meyle, "Niedeckens BAP" und spielt im Fernsehformat "Sing meinen Song". 

Axel ist ehrenamtlich als Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender von PRO MUSIK - Verband freier Musikschaffender e.V. tätig.

axel.mueller@promusikverband.de

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